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Dienstag, 07.September 2010

Vorurteile abbauen

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Ältere Arbeitnehmer sind genauso leistungsfähig wie ihre jüngeren Kollegen

Besser lernen ist lernbar, sagt Matthias Kliegel, Professor für Entwicklungspsychologie an der TU Dresden. Auf dem BVMW-Gesundheitskongress im April in Dresden stellte er Erkenntnisse aus seiner Forschungsarbeit zum Thema „Altersgerechte Teamarbeit" vor. So lernen Ältere genau so gut wie Jüngere, sie starten den Lernprozess nur langsamer.

Zwar lässt die Leistungsfähigkeit im Alter auch aus biologischen Gründen nach, doch Lernprozesse sind durchaus trainierbar. Nicht durch sogenanntes „Gehirnjogging", sondern durch spezifisches adaptiertes Wiederholungstraining, stellte der Professor klar.
Entscheidende Einflussgrößen für Fitness im Denken sind unter anderem die private Lebensführung, die Ausbildung oder die bisher ausgeübten Tätigkeiten sowie  Leistungsanforderungen und Lernanregungen durch die Arbeit. „Lernen bis ins hohe Alter ist lernbar", sagte der Professor. Aufgrund des demografischen Wandels stehen Unternehmen vor drastischen personellen Änderungen. Doch wie können die Altersunterschiede der Mitarbeiter gemanagt werden? Leider gebe es stereotype Vorstellungen. So gelten Ältere als unflexibel, krankheitsanfällig und nicht mehr lernfähig, dafür als loyal, verantwortungsbewusst und erfahren. Doch bei näherer Untersuchung stimmen diese Urteile und Vorurteile nicht. „Alle Studien zeigen, Alter per se hat nichts mit beruflicher Leistungsfähigkeit zu tun!", betonte Prof. Kliegel. So sollten Personalchefs versuchen, ihre Entscheidungen frei von diesen Vorurteilen zu treffen. Ältere aufgrund ihrer angeblich mangelnden Leistung und Motivation auszugliedern sei bei sehr vielen Berufen sachlich nicht begründbar. Altersbedingte Verschleißerscheinungen können präventiv durch eine gute Arbeitsgestaltung und Training verhindert oder abgemildert werden. Altersheterogene Teams zu beherrschen erfordere ein sehr kompetentes Management. Studien hätten gezeigt, dass sich aufgrund geringerer Kommunikation das Gruppenklima verschlechtern kann, die Fluktuationsrate sei höher, die Leistungsfähigkeit insgesamt niedriger. Bei komplexer Aufgabenstellung sei Altersdiversität dagegen oft positiv. Um den Herausforderungen des demografischen Wandels zu begegnen, müssen also die vorhandenen Ressourcen von Personen optimiert und mit den Anforderungen des Arbeitsplatzes und der Organisation der Rahmenbedingungen in Einklang gebracht werden, lautet das Fazit der Untersuchungen von Matthias Kliegel.
Simone Pflug

 

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