Viele Medien zeigen sich derzeit nicht gerade in einer Glanzrolle.
Mit dem Blick des Donald Duck hächelt man gut verkaufbaren Informationen hinterher. Kritische Distanz und professionelle Recherche weichen vermeintlichem Vorsprung. Amateure verdrängen die Vollblut-Journalisten. Runter mit den Kosten! Der Unmut der Medien-Kunden in Bezug auf die aktuelle Krise ist berechtigt: Guter Journalismus hätte permanent und scharf anmahnen müssen, was in den Vorstandsetagen weltweit wirkender Konzerne für Ideen wider dem gesunden Menschenverstand geschmiedet wurden. Doch zum Zeitgeist passten kritische Töne nicht.
Die Portraitierung von Helden, die 20 Prozent Gewinn kreieren, lässt sich ja auch besser verkaufen als die Analyse und Aufbereitung komplexer Themen. Manchmal ist Schweigen Gold.Â
Aus meiner Sicht finden sich die Helden unserer Tage ohnehin nicht unter den Managern in den Konzernzentralen – sie finden sich an der Spitze mittelständischer Unternehmen. Hier müssen Unternehmer für das gerade stehen, was sie Tag für Tag verantworten. Das bringt mich zum Punkt: Während die Manager deutscher Wirtschaftsschlachtschiffe Kosten managen, unternehmen Unternehmer etwas. Und sie erzählen darüber. Da wird das in kürzester Zeit dem Markt angepasste Portfolio regionalen wie internationalen Kunden offeriert, die Vertriebsteams geschult und neue Kontakte angebahnt.
Über solche Beispiele, zu denen unter anderen das Chemnitzer Unternehmen c.a.p.e. IT, die Johanngeorgenstädter Fox Service GmbH, die Stadtwerke Chemnitz, die Firma Seidel Moden im vogtländischen Treuen, IMM in Mittweida, die NeXas Industriesoftware GmbH in Zwickau, gehören, berichtet Wirtschaftsjournal auch in dieser Ausgabe.
Die gute Auftragslage der Kommunikations- und Marketingdienstleister bestätigt die Kommunikationsfreudigkeit.
Der Deutsche Marketingverband bescheinigt den Mittelständlern darüber hinaus ein professionelleres Agieren und eine verständlichere Kommunikation, als noch vor einigen Jahren.
Dies ist auch absolut notwendig. Das menschliche Wissen verdoppelt sich derzeit in nur zwei Monaten. Die dadurch erforderliche Spezialisierung findet auch in der Sprache statt. Ganz eigene Sprachwelten sind hier entstanden. So haben es beispielsweise IT-Unternehmen extrem schwer, ihre Kompetenzen verständlich darzustellen. Spezialisierung und Know-how-Zuwachs vollzogen sich hier extrem schnell.
Eine ganze Anzahl neuer Kommunikationsmittel entstanden, die von einigen bereits nicht mehr verwendet werden noch bevor sie bei den Letzen Einzug halten konnten. Diese Vielfarbigkeit der Möglichkeiten, miteinander zu kommunizieren macht es gerade Unternehmen nicht leicht, ihre Kunden effizient zu erreichen. Damit steigen die Anforderungen an die aufzubereitenden Informationen. Und es steigen die Anforderungen an die Übermittler.
Dieser Verantwortung sollten sich auch die Medien stellen. Mit hoher Qualität und journalistischer Distanz.
Und dann ist Reden, ganz anders als in der Original-Version des Sprichwortes, Gold.
Ihr Jörg Sattler
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Der neue Lotse ist an Bord

