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Dienstag, 07.September 2010

Im Huckepack auf neue Märkte

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Wirtschaftsjournal im Gespräch mit Michael Stopp, Leiter des Geschäftsbereichs Industrie/Außenwirtschaft in der IHK – Regionalkammer Zwickau

Wirtschaftsjournal: Wie stellt sich gegenwärtig die wirtschaftliche Situation der Automobilzulieferbetriebe in Ihrem Kammerbezirk dar?
Michael Stopp:
Das Jahr 2009 stellte für die sächsische Automobilindustrie vor die bislang größte Herausforderung nach 1990. Die Märkte brachen weltweit ein, was unserer Zulieferindustrie arg zu schaffen machte. Dennoch bin ich für 2010 optimistisch ,unsere Unternehmen sind gut im globalen Wettbewerb aufgestellt und werden auch zukünftigdurch hohe Effizenz,Qualität und besondere Innovationsstärke sich am Markt behaupten.

WJ: Und wie schätzen Sie die weiteren Aussichten ein?
Stopp:
3.8 Mill.Neuzulassungen in 2009 konnten in Deutschland verzeichnet werden, allerdings bedingt durch die Abwrackprämie, was auch der sächsischen Automobilindustrie zu Gute kam. 2010 wird für die gesamte Automobilindustrie erneut hohe Belastungsproben bereithalten, nach dem Boomjahr 2009 werden die Neuzulassungen deutlich einbrechen, man rechnet mit ca.2,8 Mill.Fahrzeugen in Deutschland. Konjunkturforscher sagen ein Händlersterben in der Größenordnung von ca. 15-20 % voraus. Um dem entgegenzuwirken, sollten Hersteller, Zulieferer und Vertrieb gemeinsam durch Flexibilität und innovative Angebote sich den Herausforderungen stellen.

WJ: Kooperationen im Fertigungsprozess werden doch auch von dem ACOD unterstützt?
Stopp:
Vielmehr sind in diesem Bereich die einzelnen Länderinitiativen aktiv. Der AMZ in Sachsen fördert beispielsweise sehr stark und erfolgreich die unterschiedlichsten Kooperationsprojekte. Übrigens ist die Idee für diese Verbundinitiative vor über zehn Jahren bei uns in der Regionalkammer Zwickau entstanden. Die Aufgabe des ACOD sehe ich eher in der weltweiten Vermarktung des Automobilstandortes Ostdeutschland. Auf der IAA hat dies bereits ab 2008 gemeinsam erfolgreich funktioniert.

WJ: Apropos weltweit – Wie können die kleinen Automobilzulieferbetriebe an den Entwicklungen auf den internationalen Märkten teilhaben?
Stopp:
China zum Beispiel ist ein riesengroßer Markt, wo sich inzwischen 61 Automobilhersteller angesiedelt haben. Eindrucksvoll ist die Dynamik, mit der sich der Markt in Indien entwickelt. So können und sollten die Unternehmen, die sich bereits als Zulieferer bewährt haben, ihren Auftraggebern auf die internationalen Märkte folgen. Ich bezeichne dies gern als Huckepack-Verfahren. Jedoch rate ich dazu, sich zunächst in kleineren Märkten, wie den ASEAN-Staaten, zu etablieren und dann von dort aus auf China und Indien zuzugehen. Hierzu wird die IHK in den nächsten Monaten neue Akzente setzen.
Gespräch: Claudia Hillmann

Foto:
Michael Stopp, IHK-Ansprechpartner für die Automobilbranche in Sachsen.

 

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