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Mittwoch, 10.M�rz 2010

Einsatz für den Mittelstand

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Doppelt so viele Bürgschaften wie im Vorjahr vergeben

Auf eine äußerst erfolgreiche Geschäftstätigkeit blickt die Bürgschaftsbank Sachsen GmbH (BBS) zurück. Ende November 2009 hatte sie die insgesamt 10.000ste Bürgschaft seit dem Beginn 1991 bewilligt. Damit konnten Investitionen von insgesamt 3,7 Milliarden Euro in Sachsen getätigt werden, die ohne Bürgschaft nicht oder nur in kleinerem Umfang erfolgt wären. Insgesamt 150.000 Arbeitsplätze wurden von den Unternehmen dadurch neu geschaffen oder gesichert.

Besonders glücklich über die Unterstützung war Textilingenieur Björn-Olaf Dröge, der die 10.000ste Bürgschaft erhielt. Als Existenzgründer erwarb er ein von der Schließung bedrohtes Unternehmen im erzgebirgischen Niederfrohna und überzeugte mit seinem Konzept zur umweltfreundlichen Behandlung von Strick-und Wirkwaren sowohl die Insolvenzverwaltung als auch die Hausbank  - die Volksbank Chemnitz – sowie die Bürgschaftsbank und deren Tochter, die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft. „Es war ein sehr positives Zusammenspiel", sagte der Unternehmer, der alle Nachweise unter großem Zeitdruck in nur fünf Wochen erbringen musste. Die Belegschaft nennt er „meine Mannschaft", niemand musste entlassen werden. Neue Kunden wurden gefunden und zeigten sich begeis­tert. Bis zu 4 Millionen Euro Umsatz strebt die pro4tex GmbH 2010 an.
Zufrieden zeigte sich auch BBS-Chef Wolfgang Hanke. Obwohl von den fast 1000 eingereichten Anträgen nur knapp die Hälfte bewilligt werden konnte, verdoppelte sich doch das Volumen der ausgereichten Bürgschaften im letzten Jahr im Vergleich zu 2008, so dass zusätzlicher Arbeitsaufwand bewältigt werden musste. „Auch in der Krise wird investiert“, bestätigte er. „Wir sind nicht zum Geldverdienen am Markt, sondern zur Unterstützung des Mittelstandes“, sagte der Bankchef weiter. Sachsens Unternehmerschaft bescheinigte er ein langes Durchhaltevermögen. Es gebe gewisse Reserven, aber das Polster werde dünner, so dass die BBS in diesem Jahr mit Ausfällen rechnen müsse. Eine signifikante Zuordnung zu bestimmten Brachen zeige sich nicht. Beispielweise seien Autohäuser durchaus betroffen, aber im Moment zeige sich eine gewisse Festigung im Automobilbereich, ergänzte Wolfgang Müller, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Chemnitz.
Für 2010 wurden die Fördermöglichkeiten verbessert. Statt bisher 1 Million können Bürgschaften künftig bis zu einer Obergrenze von 2 Millionen Euro übernommen werden. Die Bürgschaften werden von 80 auf 90 Prozent erhöht und ergeben damit eine zusätzliche Risikoentlastung der Hausbanken. Simone Pflug

Personalie
Zum 1. März 2010 findet ein Führungswechsel bei der BBS und MBG Sachsen statt. Nach 14-jähriger Tätigkeit tritt Geschäftsführer Wolfgang Hanke in den Ruhestand. Neben Eva Köhler wird dann Markus H. Michalow zum weiteren Geschäftsführer berufen und die Funktion des Sprechers der Geschäftsführung beider Gesellschaften übernehmen.

 
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Hauptgeschäftsführer vom Verband Nordostchemie: „Wir verstehen wirklich etwas von Umweltschutz“

Die Chemieindustrie erwirtschaftet in Deutschland jährlich 180 Milliarden Euro. Deutschland ist damit in Europa mit Abstand der bedeutendste Chemiestandort. Rund 440.000 der 6,1 Millionen Industriebeschäftigten Deutschlands arbeiten in der Branche. Die im Cluster Chemie/Kunststoffe Mitteldeutschland organisierten Unternehmen haben rund 81.000 Mitarbeiter in Sachsen, Thüringen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt und erwirtschaften einen Umsatz von 21 Milliarden Euro im Jahr. Neben der Wirtschafts- und Innovationskraft sowie der Beschäftigungspotenziale stellen die Leistungen im Bereich Umweltschutz den beachtlichsten Erfolg der Branche in Mitteldeutschland dar.
„Wenn wir von Umweltschutz reden, sehen die Leute, dass wir wirklich etwas davon verstehen", betont Dr. Paul Kriegelsteiner, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Chemischen Industrie e. V., Landesverband Nordost (Nordostchemie). Die chemische Industrie war in Ostdeutschland vor dem 1990 einsetzenden Strukturwandel ein enormer Umweltverschmutzer.

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