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Donnerstag, 09.September 2010

Balance wiederfinden

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Wenn der Job den letzten Nerv kostet

Ein „Workaholic" zu sein, ist heute fast ein Kompliment. Wer im Stress ist, gilt als gefragt. Richtig dosiert, steigert Stress die Leistungsfähigkeit und kann geradezu beflügeln. Doch immer mehr Menschen in Deutschland geraten an ihre Belastungsgrenze. Jeder dritte Berufstätige arbeitet laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) am Limit. Ebenso viele geben an, stark erschöpft oder gar ausgebrannt zu sein. Viele Überstunden bergen dabei die größte Gefahr: Sechs von zehn Arbeitnehmern, die über ein zu hohes Arbeitspensum klagen, fühlen sich ausgebrannt. Ein beunruhigender Trend: Innerhalb der vergangenen fünf Jahre ist die Zahl der Burnout-Krankschreibungen bei der TK um 17 Prozent angestiegen. Jeder Berufstätige sollte auf Anzeichen von Überforderung achten. Wie die Untersuchungen der TK zeigen, sind längst nicht nur Manager in Spitzenpositionen betroffen. Besonders gefährdet sind Menschen in sozialen Berufen, Beschäftigte in so genannten Sandwich-Positionen, die im Spannungsfeld zwischen zwei Hierarchieebenen arbeiten, Schichtarbeiter mit häufig wechselnden Arbeitszeiten und Berufspendler. Auch Eltern, die sich im täglichen Spagat zwischen Beruf und Familie aufreiben, geraten schnell in die Stress-Spirale. Im Job führt hauptsächlich das Gefühl, keinen Einfluss auf die eigenen Arbeitsbedingungen zu haben, zu einem hohen Burnout-Risiko.

Stress in Mitteldeutschland
Über 40  Prozent der Arbeitnehmer in Mitteldeutschland fühlen sich durch fehlende Anerkennung ihrer Arbeitsleistung gestresst, das sind fast doppelt so viele wie im Bundesdurchschnitt. So haben Arbeitnehmer in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen überdurchschnittlich oft  Angst um ihren Arbeitsplatz. Auch fehlender Einfluss auf die eigenen Arbeitsbedingungen wird in Mitteldeutschland am häufigsten beklagt. Darüber hinaus fühlen sich die Mitteldeutschen weit öfter von Unterforderung und ungenauen Arbeitsanweisungen aus der Ruhe gebracht, als ihre Kollegen in anderen Bundesländern. Ebenfalls auffällig: Mit 30 Prozent ist die Schichtdienst-Quote von Arbeitnehmern in  Mitteldeutschland fast doppelt so hoch wie im Bundesschnitt. Und: Lediglich in Baden-Württemberg werden noch häufiger Überstunden geleistet als in den drei ostdeutschen Ländern.
Positiv überrascht, dass die Sachsen, Anhaltiner und Thüringer im Bundesvergleich am besten mit dem beruflichen Stress umgehen. Die Quote der so genannten „Problemlöser" ist in Mitteldeutschland am höchsten. Das sind Menschen, die bei Stress nicht impulsiv reagieren, Konflikten aus dem Weg gehen oder alles herunterschlucken, sondern die versuchen, aus jeder Situation das Beste zu machen. 54 Prozent der Befragten in Mitteldeutschland sehen sich in dieser Rolle, gegenüber 47 Prozent im Vergleich aller Bundesländer. Dazu passt, dass 91 Prozent der Mitteldeutschen angaben, ihr Beruf mache ihnen Spaß. Auch das ist ein bundesweiter Spitzenwert.

Burnout – eine Vielzahl von Symptomen
Die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verwischen immer mehr. Die moderne Kommunikation mit Blackberry und Internet sorgt dafür, dass man heute immer und überall erreichbar ist. Reine Entspannungsphasen werden immer kürzer, man bleibt stets in Hab-Acht-Stellung und nimmt Körper und Geist so die Chance, sich zu erholen. Betroffene sind ausgebrannt, erschöpft und fühlen sich innerlich leer. Ein klar umrissenes Krankheitsbild gibt es dafür nicht – Burn­out kann eine Vielzahl von psychischen und körperlichen Symptomen beinhalten und beginnt meist schleichend. Viele Betroffene werden aggressiv, reizbar und misstrauisch und leiden unter Konzentrations- sowie Gedächtnisschwächen. Hinzu kommen oft körperliche Beschwerden wie Schlaf- und Verdauungsstörungen, Kopfschmerzen oder Gewichtsschwankungen.

Work-Life-Balance wiederfinden
Gemeinsam haben die TK und das Institut für Burnout-Prävention einen „Work-Life-Balancing"-Kurs entwickelt – speziell für Mütter und Väter, die sich im stressigen Alltag zwischen Beruf und Familie aufgerieben und ausgebrannt fühlen. Ziel ist, Job und Familienalltag miteinander vereinbaren zu lernen, die so genannte Work-Life-Balance wiederzufinden. Denn schon kleine Veränderungen im Alltag können helfen, Stress abzubauen und Zeit für Erholung freizuschieben. In dem einwöchigen Seminar analysieren die Teilnehmer ihre persönlichen Stress-Situationen und ent­wickeln Strategien, um besser mit ihnen umzugehen.

„Work-Live-Balancing“-Kurs
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Telefon: 040 64089265

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www.tk-online.de
Stichwort Stresstest bzw. Antistresscoach

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Autor und Ansprechpartner:
Matthias Jakob, Referent für Gesundheitswesen/Presse- und Öffentlichkeitsarbeit





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Tel: 0800-285 85 85
(24 Stunden täglich an 365 Tagen im Jahr – bundesweit gebührenfrei).

 
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