Landessieger des Bundeswettbewerbs Fremdsprachen ausgezeichnet
Sie sind um Worte nicht verlegen: 15 Schüler und drei Teams aus Sachsen haben beim Bundeswettbewerb Fremdsprachen den Landessieg geholt. Die Preisträger des Mittelstufenwettbewerbs und des Wettbewerbs „Team Schule“ wurden am 14.05.2012 in Dresden ausgezeichnet. Im Sächsischen Landtag gratulierte Kultusministerin Brunhild Kurth den...
Die develoPPP.de-Ideenwettbewerbe laufen wieder!
Gesucht sind Unternehmen, die mit ihren Investitionen zur nachhaltigen Entwicklung in Entwicklungs-, Schwellen- und Transformationsländern beitragen. Mit develoPPP.de fördert das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) innovative Ideen von Unternehmen und beteiligt sich finanziell und beratend an der Umsetzung vor Ort. Ab dem 15. Mai...
Erfolgreiche Sonderpublikation geht in die dritte Runde
In Kooperation mit dem Freistaat Sachsen und den Wirtschaftsförderern der Regionen publiziert der Verlag Wirtschaftsjournal in dritter Folge die Sonderbroschüre „Wir in Sachsen“ mit ausgewählten Unternehmen.
Das Wirtschaftsjournal will in einer zweisprachigen Sonderpublikation die seit der Wende erzielten Leistungen würdigen und die Wurzeln...
Technische Textilien stärken ostdeutsche Textil- und Bekleidungsbranche - Fehlender Nachwuchs weiterhin Problem
Export un
d Technische Textilien als Zugpferd
Das Automobil der Zukunft ist elektrisch und vor allem Hightech. Komfort spielt dabei eine tragende Rolle. Das neuartige Mikro-Sensorsystem "Seat Sen" kann mithilfe von neun in den Sitz integrierten Sensoren erkennen, ob sich eine Person oder ein Gegenstand auf dem Sitz befindet beziehungsweise ob die Person richtig sitzt. Gemeinsam mit der Audi AG und weiteren Partnern hat das Textilforschungsinstitut Tühringen-Vogtland e.V. (titv) Greiz die gestickten Fühler in der Sitzpolsterung entwickelt, mit der zum Beispiel die Steuerung der Airbag- und Gurtwarnfunktion möglich ist. Technische Textilien wie diese machen mittlerweile 45 Prozent des Produktionsvolumens der Textilbranche aus.
"Der Gesamtumsatz in der ostdeutschen Textil- und Bekleidungsbranche hat 2011 erstmals das Vorkrisen-Ergebnis von rund 1,8 Milliarden Euro im Jahr 2008 deutlich überschritten", so Bertram Höfer, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Nord-Ostdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie e. V. (vti). Dabei sei der Export mit knapp 40 Prozent der eindeutige Wachstumsmotor gewesen.
Bekleidungsindustrie zieht positive Bilanz
Auch die Strumpfwerke Lindner GmbH aus Hohenstein-Ernstthal konnte mit 35 Prozent einen hohen Exportanteil vorweisen. Das Unternehmen bringt in diesem Jahr Spezialsocken und -strümpfe für Prothesenträger und fußamputierte Menschen auf den Markt. Damit setzt die älteste Strumpffabrik Deutschlands den Transformationsprozess vom klassischen Strickstrumpfporduzenten zum Hersteller medizinischer Spezialerzeugnisse fort.
Auch die Bekleidungsindustrie hatte 2011 einen Umsatzzuwachs zu verzeichnen. So konnte das Designer-Label bruno banani seinen Marktumsatz auf knapp 97 Millionen Euro steigern. "Wir haben in der Produktion wieder die 40-Stunden-Woche eingeführt und drei neue Mitarbeiterinnen eingestellt", so Geschäftsführer Jan Jassner. Zudem baut das Label sein Onlinegeschäft aus und setzt in Zukunft beim Marketing verstärkt auf soziale Netzwerke.
Kreationen aus Schneeberg zur Fashion Week
Auch in Sachen Kreativität hat die sächsische Modebranche großes Potenzial, wie ein Blick nach Schneeberg in die Fakultät Angewandte Kunst der Westsächsischen Hochschule Zwickau zeigt. Erstmals hatten die Modestudierenden die Chance, ihre Arbeiten auf gleich zwei Events der Berliner Fashion Week zu präsentieren.
Im Museum für Kommunikation zeigten 13 Studierende des zweiten Semesters ihre Kreationen zum Projekt "Denim Crafts: Seapower Manpower". "Dafür haben wir mit neuen Techniken experimentiert und eigene Ideen rund um das Thema Jeans entwickelt", erklärt Studentin Jill Röbenack. So entstanden zum Beispiel Textilien, die die Wasserstruktur des Meeres widerspiegeln. Neben der Modenschau sind die Zwickauer Studenten auch mit einer Ausstellung präsent. In den Räumen des Sportswear-Geschäfts Cumulus werden die besten Studienarbeiten der vergangenen Jahre ausgestellt.
Fehlender Nachwuchs als großes Problem
Trotz des kreativen Nachwuchses aus Schneeberg hat die Branche mit einem starken Fachkräftemangel zu kämpfen, denn es fehlt zum Beispiel an Näherinnen. Mit den 210 neuen Ausbildungsplätzen konnten nicht alle Stellen im Kammerbezirk Chemnitz besetzt werden. "Deshalb haben wir Projekte ins Leben gerufen, um die Attraktivität der Textilberufe zu steigern und Heimkehrer oder ehemalige Beschäftigte wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren", so vti-Geschäftsführer Höfer. So werden die Berufsmöglichkeiten in der Branche auf einer vom vit unterstützten Internetplattform (www.go-textile.de) präsentiert.
Kritisch äußerte sich der Geschäftsführer über die aktuelle die aktuelle Energiepolitik, wodurch Firmen in Zukunft mit bis zu 30 Prozent Energiekostensteigerung rechnen müssen. Deshalb fordert Höfer, dass die Textilproduktion in Deutschland auch künftig lohnenswert sein solle.
Stefanie Rudolph
Hintergrundinformationen:
Insgesamt sind 16.000 Menschen in der ostdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie tätig, davon rund 12.000 in Sachsen und 2500 in Thüringen. Annähernd 45 Prozent des Produktionsvolumens entfallen auf Technische Textilien, 30 Prozent auf Heimtextilien sowie etwa 25 Prozent auf Mode und Bekleidung. Die neusten Entwicklungen im Bereich Technische Textilien werden vom 8. bis 10. Mai auf der mtex - Internationale Fachmesse & Symposium für Textilien und Composite im Fahrzeugbau - in Chemnitz vorgestellt.
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