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Samstag, 31.Juli 2010

ERP-Systeme erfolgreich einführen

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Interview mit René Schüller, Geschäftsführer der IPML Institut für Produktionssteuerung, Materialwirtschaft und Logistik GmbH

Das 2003 in Chemnitz gegründete Unternehmen IPML unterstützt Kunden bei der Auswahl und Einführung von ERP-Systemen. Darüber sprach das Wirtschaftsjournal mit René Schüller, Geschäftsführer der IPML Institut für Produktionssteuerung, Materialwirtschaft und Logistik GmbH.



Wirtschaftsjournal: Warum investieren Ihre Kunden in betriebswirtschaftliche Software, zum Beispiel in ein ERP-System?
René Schüller:
Ziel ist die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit. Dazu sind Abläufe schneller, kostengünstiger und flexibler zu gestalten als beim Wettbewerber. Ein Unternehmen benötigt dafür eine leistungsfähige betriebswirtschaftliche Software.

WJ: Wie muss man sich ein solches Projekt vorstellen?
René Schüller:
Bei der Einführung eines ERP-Systems geht es immer auch darum, Geschäftsprozesse zu optimieren und zu verbessern. So ist die größte Herausforderung, eigene Arbeitsweisen zu überdenken und sich für eine effiziente Prozessbearbeitung zu öffnen. Ein ERP-System ist ein Werkzeug, das seinen Beitrag dazu leistet. Es muss im Unternehmen klar definiert werden, wie dieses Werkzeug eingesetzt werden soll und wie dieses in die Gesamtaufgabe, der Prozessoptimierung, eingebunden wird. Durch Software allein ist noch kein Prozess verbessert worden.

WJ: In welchen Etappen läuft eine ERP-Auswahl und -Einführung ab?
René Schüller:
Erster Schritt ist die Definition eines klaren Anforderungsprofils. In diesem ist beschrieben, welche Ziele erreicht werden sollen und welche konkreten Anforderungen an die Software bestehen. Anschließend erfolgt die Auswahl eines Systems und eines Realisierungspartners. Parallel dazu beginnen im Unternehmen vorbereitende Tätigkeiten. Der letzte Schritt ist dann die Einführung der Software.

WJ: Welcher Zeitraum ist für ein solches Projekt vorzusehen?
René Schüller:
Für den gesamten Auswahl- und Ein­führungsprozess sollten je nach Unternehmensgröße und Projektumfang zwischen 10 und 18 Monate geplant werden.

WJ: Wie erfolgt die Anforderungsanalyse?
René Schüller:
Zunächst erfolgt eine Bestandsaufnahme der Ist-Prozesse. Anschließend wird ein Soll-Konzept entworfen, das bereits optimierte Prozesse enthält. In dieser Phase wird festgelegt, wie das Unternehmen zukünftig arbeiten möchte und welche Rolle die Software dabei spielt. Wichtig ist in dieser Phase ein Moderator, der weiß, wie mit ERP-Systemen gearbeitet werden kann und wie Prozesse typischerweise in ERP-Systemen abgebildet werden.
Aus dem Soll-Konzept werden die konkreten Anforderungen an die Software abgeleitet. Es entsteht ein Lastenheft, das die Basis für den Auswahlprozess und natürlich auch für die Vertragsgestaltung mit dem Softwareanbieter bildet.

WJ: Wie erfolgt die Auswahl des geeigneten ERP-Systems?
René Schüller:
Es wird immer sowohl ein System als solches, als auch ein leistungsfähiger Realisierungspartner, der die Software einführt, ausgewählt. Wir empfehlen unseren Kunden einen mehrstufigen Auswahlprozess, bei dem zunächst mit einer Funktionsevaluierung begonnen wird. Dabei werden Systeme ermittelt, die die Anforderungen funktional erfüllen sowie entsprechende Realisierungspartner mit Branchenkenntnissen. Anschließend erfolgt eine Workshopphase, in der gemeinsam mit Anbietern vor Ort konkrete Anforderungen besprochen werden. Mit den zwei besten Anbietern erfolgt ein Delta-Workshop, bei dem das Lastenheft noch einmal konkret besprochen wird. Anschließend erfolgen Vertrags- und Preisverhandlungen.

WJ: Unterstützen Sie Ihre Kunden bei Vertrags- und Preisverhandlungen?
René Schüller:
Selbstverständlich. Eine unzureichende vertragliche Fixierung des Projektes stellt ein hohes Kostenrisiko dar. Auch der Anbieter profitiert davon, wenn durch klare vertragliche Vereinbarungen Ärger und Diskussionen im Nachhinein vermieden werden. Ein ERP-Projekt ohne eine stabile Vertragsbasis ist ein Risiko, das kein Unternehmer eingehen sollte.

WJ: Wie unterstützen Sie Ihre Kunden im Einführungsprozess?
René Schüller:
Ein Erfolgsfaktor für die Einführung der ERP-Software ist eine qualifizierte Projektleitung auf Seiten des Kunden. Wir bieten umfassendes Wissen, Methoden und Werkzeuge für die Projektleitung von ERP-Einführungen. Je nach konkreter Personalsituation bei unseren Kunden können wir die Aufgaben des Projektleiters komplett übernehmen oder einen Mitarbeiter im Unternehmen unterstützen. Dies kann dann eine Co-Projektleitung beziehungsweise ein Projektleiter-Coaching sein.
Man muss wissen, dass viele Projekte wegen unzureichender Unterstützung im eigenen Hause scheitern. Hier sind wir als Berater gefragt, frühzeitig zu sensibilisieren und permanent Projektmarketing zu betreiben.

WJ: Welche Werkzeuge kommen zum Einsatz?
René Schüller:
Ohne ein leistungsfähiges Werkzeug ist die Auswahl und Einführung einer betriebswirtschaftlichen Software schwer möglich. Wir nutzen unsere Eigenentwick­lung Solages®. Dies ist ein spezialisiertes, modulares Projektmanagementwerkzeug zur ganzheitlichen Unterstützung der Auswahl und Einführung einer betriebswirtschaftlichen Softwarelösung. Enthalten sind die prozess­orientierte Anforderungsanalyse, die mehrstufige Anbieterauswahl sowie die organisatorische Abwicklung des ge­samten Projektes. Solages® kann auch von Unternehmen genutzt werden, die die Softwareeinführung ohne externe Unterstützung durchführen möchten.

WJ: Warum sollte ein neutraler Berater, wie das IPML, beauftragt werden.
René Schüller:
Ein unabhängiger, neutraler Berater kann sowohl bei der Anforderungsanalyse als auch bei der Auswahl der Software und bei der Einführung unterstützen. Gerade in der ersten Phase, der Anforderungsanalyse und Prozessoptimierung, fehlt vielen Unternehmen die Methodik, diese Aufgaben durchzuführen. Aber gerade hier wird die Basis für eine erfolgreiche Softwareeinführung gelegt: Optimierte Prozesse und ein klares Anforderungsprofil. Weiterhin ist der ERP-Markt sehr unübersichtlich, so dass hier ein erfahrener Experte die beste Vorsorge gegen teure Fehlentscheidungen ist.
Die Einführung eines ERP-Systems ist ein anspruchsvolles Vorhaben, bei dem ein neutraler und unabhängiger Berater Risiken und Belastungen minimiert und für einen optimalen Projekterfolgt sorgt.

WJ: Hand aufs Herz: Wie stehen Softwarerealisierungspartner zu Ihrer Tätigkeit?
René Schüller:
Professionelle und kundenorientierte Realisierungspartner wissen, dass der Einsatz eines neutralen Beraters die Projektqualität erhöht und allen Beteiligten mehr Sicherheit bringt. So kommt es häufig vor, dass Softwarehersteller Ihren Kunden die Unterstützung durch einen neutralen Berater empfehlen. Wichtig ist dabei natürlich immer, dass es sich um ein unabhängiges Unternehmen wie das IPML handelt.
Gespräch: Wolfgang Baltzer

Zum Unternehmen
Das IPML bietet Beratungs­-leis­tungen für ein effizientes Management von Geschäftspro­zessen und deren Umsetzung in modernen IT-Systemen.

Kernkompetenzen:
Auswahl und Einführung von ERP-Systemen
Optimierung von Geschäftsprozessen
Materialwirtschaft und Logistik
Produktionsplanung und -steuerung

Das IPML wurde 2003 gegründet und beschäftigt derzeit acht hochmotivierte Mitarbeiter. Das Unternehmen betreut seine Kunden deutschlandweit von seinem Hauptsitz in Chemnitz aus.

Zur Person
René Schüller ist ausgewiesener Experte für ERP-Systeme und Geschäftsprozessoptimierung.
Er studierte in Chemnitz Wirtschaftsingenieurwesen/Elektrotechnik. Als Mitbegründer des IPML ist René Schüller seit 2003 als Geschäftsführer tätig.
Daneben ist er Gastdozent an der TU Chemnitz und an der BA Glauchau.
René Schüller ist verheiratet und hat eine Tochter.
Zu seinen Interessen zählen neben der Familie klassische Philosophie, Literatur und Schach.

Foto:
René Schüller, Geschäftsführer IPML Institut für Produktionssteuerung, Materialwirtschaft und Logistik GmbH.
Foto: Wolfgang Schmidt




IPML Institut für Produktionssteuerung, Materialwirtschaft und Logistik GmbH
Lennéstraße 3
09117 Chemnitz
Telefon:    0371 834429-60
Telefax:    0371 834429-88
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
www.ipml.de

 

 

Ergänzende Informationen

IPML Institut für Produktionssteuerung, Materialwirtschaft und Logistik GmbH

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