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Samstag, 31.Juli 2010

Wachstumsmarkt mit Risiken

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Ausländische Investoren im Nahen und Mittleren Osten genießen besondere Wertschätzung und Schutz

Der Wirtschaftsraum Nah-und Mittelost bietet für deutsche und damit auch für sächsische Unternehmen ein reiches Betätigungsfeld. Doch zuallererst stellt sich die Frage: Wie sicher ist das politische Terrain? Auf einer vom Nah-und Mittelostverein NUMOV e.V. und dem sächsischen CDU-Wirtschaftsrat organisierten Veranstaltung Ende letzten Jahres in Dresden brachte unter anderem der Botschafter der Republik Irak in Deutschland, Alaa A. Hussain Al-Hashimy, deutschen Unternehmern die Wirtschaftslage in seinem Heimatland nahe.

„Es ist ein sehr reiches Land, doch der Wirtschaftsbedarf ist enorm", sagte er und nannte die Bereiche Energie, Wohnungs-und Brückenbau, Automobilindustrie, Wasser und Abwasser, Bildung und Gesundheit. Die Bedingungen für Auslandsinvestoren seien bestens, denn den erwirtschafteten Gewinn dürften sie auch wieder ins Ausland mitnehmen. „Deutschland ist und bleibt ein bevorzugter Partner beim Wiederaufbau!", sagte er weiter. Bereits seit 1935 existiert eine diplomatische Vertretung des Irak in Berlin. In den vergangenen 6 Jahren bemühte sich die irakische Regierung sehr um eine demokratische Entwicklung. Bis 2011 sollen alle US-amerikanischen Truppen das Land verlassen haben. „Die Sicherheitslage verbessert sich ständig, die irakische Regierung tut alles für die Sicherheit ausländischer Firmen!", beteuerte der Botschafter. Dies bestätigte auch Klemens Semtner, Leiter des Referats Irak im Auswärtigen Amt. Zwar gebe es nach wie vor eine Reisewarnung auf der Web-Seite, aber Unternehmer sollten das persönliche Gespräch suchen, wenn sie ihren Business-Aufenthalt vorbereiten. Die Bundesregierung unterhält in Bagdad ein Servicebüro, über das Probleme mit den irakischen Behörden geklärt werden könnten. Dennoch bleibe als größte Besorgnis, dass Deutsche im Irak entführt werden könnten, um Lösegeld zu erpressen. „Deutsche haben einen hohen Wert", sagte Paul Freiherr von Maltzahn, der Botschafter der Bundesrepublik im Irak. Doch auch er bestätigte, dass die Gewaltanschläge stark zurückgegangen seien. Not sei überall und die deutsche Wirtschaft sehr willkommen. Nicht gleich mit Großaufträgen zu beginnen, empfahl Werner Schoeltzke, Vorstandsmitglied von NUMOV. Die Zusammenarbeit mit lokalen Unternehmen müsse sorgsam geprüft werden. Oft hätten sie mehrere Partner, so dass unbedingt die Qualität begutachte werden müsse. Gutes Englisch und Vorsicht bei Zuwendungen, die den Verdacht der Korruption nahe legten, seien weiterhin wichtig.
Die Region des Nahen und Mittleren Ostens gilt trotz der globalen Wirtschafts-und Finanzkrise als Wachstumsmarkt. So erwartet der Internationale Währungsfond für die Golfregion in den kommenden Jahren Wachstumsraten zwischen vier und sechs Prozent, heißt es in einer Erklärung von NUMOV. Grund hierfür ist der Energiereichtum der Region, der es auch weiterhin ermöglicht, große Bau-und Infrastrukturprojekte zu verwirklichen. Algerien oder Iran gelten gleichermaßen als Wachstumsmärkte. Zur Bauwirtschaft im Mittleren und Nahen Osten wird am 21. April 2010 in München im Rahmen der Messe BAUMA 2010 eine Fachkonferenz stattfinden.    
Simone Pflug

Foto:
Botschafter der Republik Irak in Deutschland, S.E. Alaa A. Hussain Al-Hashimy.     Foto: S.Pflug

 
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Nah- und Mittelostverein NUMOV e.V.

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