Die meisten Jahre verschwinden im Nirvana der Geschichte. Kaum ein Ereignis ist wirklich bedeutend genug, um noch nach Jahren Aufmerksamkeit zu bekommen. Anders wohl das Jahr 2009. Die deutsche Wirtschaft startet krisengeschüttelt. Abenteuerliche Finanzmodelle brachten die Welt ins Strudeln. Trotz der massiven Staatshilfen brach die Wirtschaft im ersten Quartal dramatisch ein. Das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland schrumpfte um 3,8 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Einen solchen Rückgang hatte es seit dem Zweiten Weltkrieg nicht gegeben.
Der deutsche Leitindex Dax fiel bis März auf rund 3600 Punkte, ein Minus von fast 50 Prozent verglichen mit dem Stand am Jahresanfang. Doch die mitteldeutsche Wirtschaft zeigt sich stark. Für viele Unternehmer war die Situation nicht völlig neu. Aus Nachwendescherben bauten sie leistungsfähige Unternehmen, ohne die Bodenhaftung zu verlieren. Und nun betrachten wieder viele die komplizierte Situation als Chance und denken über Innovationen, Produkte und deren Vermarktung neu nach.
Im April kommt ein neues Virus über uns: A/H1N1. Die Schweinegrippe weckt Pandemieabwehr und Pharmakonzerne. Ein Risiko ist sie auch für die angespannte Wirtschaftskraft unserer Unternehmen. Seit Oktober wird bundesweit geimpft. Doch sowohl der Ansturm auf die Impf-Dosen als auch die Pandemie blieben zum Glück bis heute aus.
Der Mai beschert uns ein neues Wirtschaftsjournal. Mit einem neuen gestalterischen und inhaltlichen Konzept stellt sich die Mannschaft den veränderten Gewohnheiten seiner Leser. Diese danken es durch eine höhere Auflage und eine extreme Steigerung der Online-Akzeptanz.
Die ganze Welt schaut 2009 auch nach Amerika. Diesmal sind es nicht die Hollywood-Billigproduktionen, die Viren gleich unsere Fernseher und Kinos befallen haben. Wir schauen voller Hoffnung auf einen jungen Präsidenten und seine mutigen ersten Monate, die helfen könnten, die Welt zu verändern. Zweifelsohne hat er die Stimmung gewendet. Wirtschaftsjournal war im Juni hautnah dabei, als Barack Obama Dresden besuchte. Neben seinem eher zeitgemäßen politischen Handeln wird man wahrscheinlich aber auch über einen der umstrittensten Friedensnobelpreise diskutieren.
Das Jahr 2009 war auch ein ausgeprägtes Wahljahr. Denkbar knapp wurde Horst Köhler als Bundespräsident wiedergewählt. Ob die Landtagswahlen oder die Wahl des deutschen Parlamentes und in dessen Folge seiner Repräsentanten auch einen Platz in den geschichtlichen Erwähnungen finden werden bleibt noch abzuwarten. Bislang prägt das Profil unserer demokratisch zur Gestaltung der politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verpflichteten Regierungen eher ein gestörter Umgang mit Prioritäten.
Wie man es auch immer dreht und wendet – 2009 war ein Jahr der Macher. Wir, die gesamte Mannschaft des Wirtschaftsjournals, hatten das Glück, viele von Ihnen kennenzulernen. Ihre Gesichter und Ihre Geschichten durften wir in unserem Magazin zeigen und dokumentieren. Wir konnten so gemeinsam am Erfolg teilhaben und dafür möchte ich mich im Namen meines gesamten Teams bedanken. Wir werden auch 2010 nach Kräften einen guten Journalismus bieten. Mit Ihnen gemeinsam wollen wir weiter wachsen und noch besser werden. Und vielleicht gelingt es uns ja, auch Sie an unserem Erfolg teilhaben zu lassen.
Ich freue mich auf Sie! Bis dahin wünsche ich Ihnen ein Jahr 2010, dass mit durchweg positiven Inhalten in die großen und kleinen Geschichtsbücher eingeht.
Alles Gute dafür!
Ihr Jörg Sattler
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Der neue Lotse ist an Bord





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