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Wirtschaftsjournal online

Samstag, 31.Juli 2010

Gesund auf Achse bleiben

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Fernfahrer legen jährlich tausende Kilometer zurück und bewegen dabei mehrere Millionen Tonnen von einem Ort zum anderen. Sie sind das Rückgrat der Transportlogistik und sorgen unter anderem dafür, dass die Regale im Einzelhandel stets mit frischer Ware gefüllt sind. Doch nach Ablauf der täglich erlaubten und gesetzlich verankerten Lenkzeit verbringen sie auch viele Tage und Wochen auf Rast­höfen und Parkplätzen.

Treten in diesen Situationen gesundheitliche Beschwerden auf, ist der Hausarzt oftmals weit entfernt oder die nächstgelegene Arztpraxis hat keine Sprechzeit mehr. Sicherlich stehen im Notfall Rettungsdienste und bei akuten ernsten Beschwerden Krankenhausambulanzen zur Verfügung. Doch bei einfacheren Erkrankungen verwehrt der Termindruck im Alltagsgeschäft oder der Aufwand einen Arzt aufzusuchen, den Truckern oftmals eine ausreichende gesundheitliche Versorgung. Schnell wird dann zur Selbstmedikation gegriffen, ohne die Nebenwirkungen ausreichend einschätzen zu können. Häufig wird dann mit den auftretenden Beschwerden weiter gefahren. Bei unzureichender Behandlung besteht einer­seits das Risiko einer nachfolgenden chronischen Erkrankung aber auch die akute Gefährdung der Fahrer selbst sowie weiterer Verkehrsteilnehmer. Darmverstimmung, Rückenschmerzen durch langes Sitzen oder durch Be- und Entladebelastungen, Schlafstörungen oder einfach nur länger anhaltende Kopfschmerzen – für solche und ähnliche Beschwerden steht den Fahrern zumeist auf die Schnelle kein helfender Arzt zur Verfügung. Außerdem ist es in einer fremden Stadt schwer, einen entsprechenden Arzt geschweige denn einen passenden Parkplatz für einen Lkw zu finden.
„Jeder Arbeitnehmer kann im Krankheitsfall sofort einen Arzt aufsuchen; dieses Recht sollte auch für Fahrer gelten, die aber im Alltag ja nicht einfach so mit ihrem Fahrzeug bei einem Arzt vorfahren können. Deshalb haben wir das DocStop-Projekt ins Leben gerufen. Kranke LKW- und Bus-Fahrer stellen schließlich eine Gefahr für sich und ihre Umwelt dar“ erläutert Rainer Bernickel, einer der beiden Initiatoren einer deutschlandweit einmaligen Aktion zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Lkw-Fahrern. Gemeinsam mit Dr. Dieter-L. Koch, Mitglied im Europäischen Parlament und Vorstandsmitglied im Europäischen Verkehrssicherheitsrat hat er im September des Jahres 2007 den „DocStop für Europäer e. V.“ ins Leben gerufen. Dahinter verbirgt sich eine flächendecke medizinische Unterwegsversorgung, denn an allen Rasthöfen, die mit dem DocStop-Logo gekennzeichnet sind, können Berufskraftfahrer unkompliziert medizinische Hilfeleistungen anfordern. An diesen Anlaufstellen stehen im Umkreis von maximal vier Kilometern Ärzte und Ansprechpartner bei medizinischen Problemen zur Verfügung. „Mein Ziel ist es, dieses Netz zunächst bundesweit zu verdichten und später europaweit auszubauen. Bisher beteiligen sich bundesweit 300 medizinische Einrichtungen und Ärzte an der DocStop-Aktion, und fast wöchentlich werden es mehr. Ersten Erhebungen zufolge nutzen bereits mehr als einhundert Fernfahrer monatlich das Angebot von DocStop“, erklärt der Abgeordnete Dr. Koch.  Auch eine Hotline wurde eingerichtet, deren Nummer in jedem Fernfahrer Handy gespeichert sein sollte. Mittlerweile haben auch zahlreiche Förderer aus der Wirtschaft, dem Gesundheitswesen und der Politik die Notwendigkeit eines flächendeckenden Versorgungsnetzes für Fernfahrer erkannt und treten als Förderer und Unterstützer auf. Gelingt es, dieses bereits dichte Netz auszubauen und auf Europa zu erweitern, wird nicht nur ein erheblicher Beitrag für die europäische Verkehrssicherheit geleistet, sondern gleichzeitig sichergestellt, dass die Millionen Tonnen der bewegten Güter weiterhin sicher und pünktlich ans Ziel gelangen.

Foto1:
Die Gründer von DocStop, Dr. Dieter-L. Koch (MdEP) und Rainer Bernickel.

Foto2:
EVP-Fraktion im EP
Dr. Dieter-L. Koch (MdEP)











(0,14 Euro pro Minute/Mobilfunknetze abweichend)

DocStop für Europäer e. V.
c/o Europabüro Weimar
Frauenplan 8
D-99423 Weimar
Telefon:    0049-3643-501007
Telefax:    0049-3643-501071
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
www.docstop-online.eu

 
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