Ein Produktionsstandort für innovative Gehäusetechnik feiert Auferstehung
Nur noch ein Kundencenter mit zehn Mitarbeitern sollte am Standort Dresden verbleiben, lautete die ernüchternde Mitteilung der Schäfer-Gruppe im April dieses Jahres.
Das auf die Produktion von PC-Gehäusen spezialisierte Werk sollte aufgrund der starken Auftragseinbrüche sowie der „generellen Mengenrückgänge bei Blechbaugruppen in Folge der Wirtschaftskrise", wie es damals hieß, aufgegeben werden. Doch seit dem ersten August wird in Dresden wieder geplant, entwickelt und produziert. Neuer Geschäftsführer ist Christian Michel, der in der Vergangenheit schon einmal langjähriger Geschäftsführer des Dresdner Schäfer-Werks war und nun seine 1993 gegründete GSW Automation GmbH einbringt. Dieser Zusammenschluss firmiert künftig unter dem Namen Coool Case. „Die drei O sind schon richtig", erklärt er lachend. Sie stehen für ein besonders cooles Design sowie speziell gekühlte Gehäuse und bedeuten eine Zusammenführung der Geschäftsaktivitäten aus den drei Unternehmensteilen: Gehäusesysteme, IT-Logistik und Werkzeugfertigung.
Bereits in den ersten zehn Tagen nach der Fusion wurde ein neues Produkt herausgebracht. Aus neuen Ideen und bekannten Teillösungen entstand ein Gehäuse für schwingungsgedämpfte Computer. „Ich schätze die Schnelligkeit meiner Mitarbeiter", freut sich der Firmenchef. Wenn Ideen weiter so zügig umgesetzt würden, ließe sich das Unternehmen profitabel gestalten, sagt er weiter. Etwa 180 Mitarbeiter gehören zum neuen Team, ein Großteil wurde vom Schäfer-Werk übernommen, 30 von der GSW, einige neu eingestellt. Neu ist auch Harry Vahle, der kaufmännische Geschäftsführer. Für das Geschäftsjahr bis Ende Juli 2010 rechnet er mit einem Umsatz von 18 Millionen Euro. Da Computergehäuse Massenprodukte sind, unterliegen sie einem starken Preiskampf. Hier setzt das Unternehmen neben hoher Automatisierung und Fertigungsschnelligkeit vor allem auf innovative Produkte. Mit Massenproduktion habe er keine guten Erfahrungen gemacht, sagte Christian Michel. Leistungsfähige Nischenprodukte seien die Zukunft.
Simone Pflug
Foto:
Christian Michel, Geschäftsführer der Coool GmbH.
Foto: S. Pflug







