Höchste Qualität sichert internationale Wettbewerbsfähigkeit
Die Photovoltaik-Industrie ist die am stärksten wachsende Industrie in den ostdeutschen Bundesländern.
Hier wurden 2008 über eine Milliarde Euro investiert. Mit über 7000 Beschäftigten und mehr als 6000 Arbeitsplätzen bei Zulieferern, im Handel und Handwerk gehört die Solarbranche zu den tragenden Säulen der Wirtschaft in Mitteldeutschland.
Allein in Sachsen erwirtschafteten 3500 Beschäftigte mehr als 1,5 Milliarden Euro Umsatz. Im mitteldeutschen Wirtschaftsraum, der die Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen umfasst, ist der gesamte Wertschöpfungsprozess der Solarbranche - von der Rohstoffherstellung bis zur Montage des Endprodukts - vertreten. Etwa 18 Prozent der weltweit produzierten Solarzellen wurden 2008 hier hergestellt, das sind fast 90 Prozent der deutschen Produktion. Tatsächlich profitiert der Solarsektor sowohl beim Materialeinsatz als auch technologisch von den langjährigen Erfahrungen auf dem Gebiet der Mikroelektronik und der engen Verknüpfung von Forschung und Industrie.
Auf dem Photovoltaik-Symposium im August dieses Jahres in Dresden machten viele Referenten deutlich, dass eine großflächige überregionale Zusammenarbeit gewünscht wird, denn der weltweite Wettbewerb unter den Standorten wird schärfer. „Nur wenn alle Akteure aus Forschung, Produktion und Politik kooperieren, habe wir eine reelle Chance“, sagte Gitta Haupold, Vizepräsidentin des Mikroelektronik-Netzwerkes „Silicon Saxony“, in dem sich zahlreiche Unternehmen der Solarindustrie engagieren. Länderübergreifend agiert das Spitzencluster „Solarvalley Mitteldeutschland“, in dem 27 Solarfirmen, zwölf Forschungseinrichtungen und vier Hochschulen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen kooperieren. Für das Jahr 2020 strebt das Cluster 60.000 Solar-Arbeitsplätze und ein jährliches Branchenwachstum von 30 Prozent an. Charakteristisch für den Standort ist die enge Zusammenarbeit zwischen den Photovoltaikherstellern und ihren Zulieferern. Gebündelt werden deren Aktivitäten auch in Verbünden wie dem Industriellen Netzwerk Erneuerbare Energien Sachsen (EESA) und der Europäischen Forschungsgesellschaft Dünne Schichten (EFDS). Gerade in Gründung befindlich ist der Verein Solarregion Berlin-Brandenburg, der im Januar 2010 seine Arbeit aufnehmen wird.
Die gesamte Region ist geprägt von einer soliden Infrastruktur, hervorragend ausgebildeten Fachkräften, einer einzigartigen Forschungslandschaft und dem traditionell sehr starken Maschinen- und Anlagenbau. An der Erfolgsgeschichte sind auch hunderte Zulieferfirmen beteiligt,
die ihre Qualifikation für den Solarmarkt aus verschiedenen Bereichen wie der Automatisierungstechnik, Metallteilefertigung sowie dem Elektroanlagen- und Behälterbau beziehen.
Dass sich das Augenmerk auch auf den weiteren Ausbau der Dünnschichttechnologien richtet, ist ein nicht zu unterschätzender Verdienst der Maschinen- und Anlagenbauer. Die mittelständischen Unternehmen investieren enorme Summen, um die Wirkungsgrade der Solartechnik weiter zu steigern und die Kosten zu senken. Als – zumindest temporären – Trend haben einige Firmen die Herstellung kompletter Fabriken erkannt. Diese so genannten „Turn Key“-Anlagen werden schlüsselfertig übergeben, sowohl zur integrierten Fertigung auf Basis kristalliner Siliziumtechniken als auch zur Herstellung von Dünnschichtmodulen. Doch der Erfolg dieser Projekte wird sehr unterschiedlich bewertet. Viele Unternehmen setzen eher auf Eigenentwicklungen. Ausgründungen aus Universitäten und Forschungseinrichtungen sowie Spin offs aus bestehenden Unternehmen haben zugenommen.
Doch die Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise bekommen auch die PV-Unternehmen zu spüren. „Die PV wird weiterhin zu den Wachstumsbranchen gehören“, ist sich Wolfgang Heinze, Geschäftsführer der sunfilm AG Großröhrsdorf, sicher. Wichtig sei sich bewusst zu machen, wer die tatsächlichen Mitbewerber sind, sagte er weiter und mahnte eine konkrete, praktische Netzwerkarbeit an. Möglicherweise neue Qualitätskriterien einzuführen, um sich auf dem internationalen Markt besser zu präsentieren, schlug Mathias Kamholz vom PV-Produzenten Conergy aus Frankfurt/Oder vor. Bernd Rau vom Systemlieferanten/Anlagenbauer Roth & Rau aus Hohenstein-Ernstthal vermutet, dass die Hochproduktion des Jahres 2008 erst 2012 wieder erreicht wird. Aufgrund von Überkapazitäten, Finanzierungsproblemen und steigendem Preisdruck werde es einen Konsolidierungsprozess in der gesamten Wertschöpfungskette geben.
Simone Pflug
Branche mischt weltweit vorne mit
Fast ein Fünftel der gesamten Weltproduktion der Solarbranche kommt aus Mitteldeutschland. In den vergangenen Jahren konnte die mitteldeutsche Photovoltaikbranche (PV) enorme Wachstumsraten beim Umsatz verzeichnen, ebenso bei den Mitarbeiterzahlen. Außerdem hat sich in Sachsen bzw. Mitteldeutschland die komplette Wertschöpfungskette der PV-Branche angesiedelt: Inzwischen findet sich von Forschungseinrichtungen über Equipmenthersteller bis hin zu Produzenten von Solarzellen und Entsorgungsfirmen die ganze Bandbreite der PV-Branche.
Silicon Saxony bzw. seine Mitgliedsunternehmen sind an den beiden Spitzenclusterwettbewerb-Siegern „Cool Silicon“ und „Solarvalley Mitteldeutschland“ beteiligt und kooperieren miteinander.
The highest quality ensures international competitiveness
The photovoltaic industry is the largest growing industry in the East German federal states into which in 2008 over a billion Euros were invested. With over 7000 employees and more than 6000 jobs at suppliers, in business and trade the solar sector belongs to one of the pillars of Central Germany’s economy.
In Saxony alone 3,500 employees generated a turnover of more than 1,5 billion Euros. In the Central Germany economic area, containing the states Saxony, Saxony-Anhalt and Thuringia, the solar sector’s entire supply chain process– starting from the production of raw materials to the installation of the end product – is represented. In 2008 approx. 18 percent of the worldwide produced solar cells were manufactured here, which is nearly 90 percent of the German production. The solar sector actually benefits from the longstanding experience in the area of material usage as well as technologically in the area of micro electronics and the tight link between research and the industry.
At the photovoltaics symposium in August of this year in Dresden many speakers made it clear that a widespread nationwide cooperation is requested as the worldwide competition between locations is increasing. “Only if all players from research, production and the government work hand in hand, will we have a realistic chance”, says Gitta Haupold, Vice-President of the microelectronics network “Silicon Saxony” in which numerous companies of the solar industry are involved. The cluster of excellence “Solarvalley Mitteldeutschland” works across all national borders, where 27 solar companies, twelve research institutions and four universities from Saxony, Saxony-Anhalt and Thuringia work together. For the year 2020 the cluster is striving for 60,000 jobs in the solar sector and for an annual sector growth of 30 percent. Typical for the location is the close cooperation between the photovoltaic producers and their suppliers. Their activities are also bundled into groups such as the Industrieller Netzwerk Erneuerbare Energien Sachsen (EESA) and the European research association Europäische Forschungsgesellschaft Dünne Schichten (EFDS). At this moment in time the society Solarregion Berlin-Brandenburg is being established and will start its operation in January 2010.
The entire region is characterised by a solid infrastructure, excellently trained skilled personnel, a unique research landscape and the traditionally very strong sectors mechanical engineering and plant construction. Hundreds of suppliers play a part in the success story as they obtain their qualifications for the solar market from different areas such as automation technology, the manufacture of metal parts as well as the electrical plant and container construction.
It is to the machine and plant constructors' credit that the attention is on the further expansion of thin-film technologies. The middle-sized companies are investing enormous sums in order to further increase efficiency and to reduce costs. Some companies have recognised the – at least temporary – trend of the construction of complete factories. The so-called “Turn Key” facilities are handed over immediately – ready for use for the integrated production on the basis of crystalline silicon techniques as well as for the production of thin-film modules. However the success of these projects is assessed differently. Many companies prefer to put their emphasis on internal developments. Outsourcing to universities and research institutes as well as spin-offs from existing companies have increased. However the PV companies are also feeling the impact of the economical and financial crisis. “The PV will continue to belong to the growing sectors“says Wolfgang Heinze, the Managing Director of the sunfilm AG Großröhrsdorf confidently. It is important be aware of who the actual competitors are, he continues to point out and urges for concrete and practical networking. Mathias Kamholz from the PV producer Conergy in Frankfurt/Oder suggests the introduction of potentially new quality criteria in order to be better represented on the international market. Bernd Rau from the systems supplier/plant constructor Roth & Rau from Hohenstein-Ernsttal expects the production peak of the year 2008 to be reached again in 2012 only. Due to excess capacity, financing problems and an increasing pricing erosion there will be a consolidated process in the entire supply chain.
Simone Pflug
The sector is competing worldwide at the very highest level
Nearly a fifth of the entire global production of the solar branch comes from Central
Germany. In the past years the Central German photovoltaics branch (PV) was able to record tremendous rates of growth in terms of turnover as well as in the number of employees. Besides, the entire supply chain of the PV sector has settled in Saxony and respectively Central Germany: from research facilities to equipment manufacturers to producers of solar cells – the entire range of the PV sector can be found here. Silicon Saxony and respectively its member companies are part of the winning team of the cluster of excellence competition “Cool Silicon” and “Solarvalley Mitteldeutschland” and cooperate together.
Foto:
Photo: ddp-Archiv








