Interessenverband Chemnitzer Maschinenbau e. V. (ICM) stärkt betriebliche Forschung kleiner und mittlerer Unternehmen
Auf Netzwerke setzt der Interessenverband Chemnitzer Maschinenbau e. V. (ICM), um die betriebliche Forschung in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) zu stärken.
Mit 74 Mitgliedsfirmen zählt der ICM zu den leistungsfähigsten Forschungspartnern für KMU in Südwestsachsen. Drei von neun NEMO-Netzwerken in Sachsen arbeiten unter dem Dach des ICM.
Netzwerk RailTecNet
Ein Beispiel erfolgreicher Netzwerksarbeit ist das Projekt RailTecNet. Neun Unternehmen haben sich die Instandsetzung, Entwicklung, Fertigung und Vermarktung von bahntechnischen Anlagen und Maschinen sowie die Modernisierung von Komponenten im Bereich der Bahntechnik zur Aufgabe gemacht.
„Mit RailTecNet bündeln wir nicht nur das Fachwissen der Chemnitzer Region. Wir nutzen auch die Potenziale von Unternehmen aus ganz Sachsen und Brandenburg“, betont ICM-Geschäftsführerin Dr. Heidrun Steinbach. Vorangetrieben hat das Kompetenznetzwerk für Sonderbahntechnik und technischen Stahlbau – so der offizielle Titel – Netzwerkmanager Dietmar Skala. „Wir engagieren uns seit über einem Jahr für RailTecNet, weil viele Bahnhersteller ihre Entwicklungsaufgaben zunehmend an mittelständische Unternehmen auslagern“, so Skala. „In der Regel sind die Kompetenzen dieser KMU nicht ausreichend, solche Forschungs- und Entwicklungsthemen allein zu bewältigen. Hier setzt der Verbund an und animiert diese Firmen, Entwicklungsthemen anzugehen, die sonst in der täglichen Arbeit zu kurz kämen.“ Das Netzwerk hat mittlerweile eine Reihe von innovativen FuE-Projekte auf den Weg gebracht, z. B.: Entwicklung eines Spannsystems für die zerstörende Prüfung, Entwicklung einer Lösung zur Entladung von verdichtetem und/oder angefrorenem Schüttgut und die Entwicklung eines Bodentransportsystems.
Netzwerk INNVELO
Ein weiteres Erfolg versprechendes Netzwerkkonzept ist INNVELO. „Mit Hilfe dieses Innovativen Verkehrs- und Logistikkonzeptes für Ballungszentren sollen neue Ansätze gefunden werden, die es ermöglichen, neue Verkehrskonzepte- und Transporttechnologien innerhalb von Ballungszentren einzuführen“, bringt es Netzwerkmanager Dr.-Ing. Sebastian Ortmann auf den Punkt. „Das Netzwerk INNVELO hat sich die Aufgabe gestellt, ein Konzept sowie die prototypenhafte Umsetzung einer Weiterentwicklung des Carsharingsystems voranzutreiben.“ Bei Carsharing geht es um Elektrofahrzeuge, die es Kunden ermöglichen, neben öffentlichen Verkehrsmitteln individuelle Mobilität zu erlangen. INNVELO will dabei die Vorteile eines kostengünstigen Fahrzeuges (Fahrrad) mit denen eines Automobils (Elektrofahrzeug) zu verknüpfen. Das neue Fahrzeugkonzept verkörpert somit die Weiterentwicklung des Elektrofahrrades durch das Hinzufügen wichtiger Fahrzeugkomponenten wie Verkleidung, Fahrsicherheit und Reichweite. Erste Konzeptstudien zeigen deutlich, dass mit Hilfe dieses Ansatzes Investitionskosten von deutlich unter 10.000 Euro zu erwarten sind. Dabei wird von einer Reichweite von bis zu 100 Kilometer ausgegangen, bei einer Geschwindigkeit, je nach Typ zwischen 45 km/h und 80 km/h. „Ein erster Ansatz zur Umsetzung der Vision des Netzwerkes“, so Sebastian Ortmann, „ist die Initialisierung eines Pilotprojektes des Carsharingmodells INNVELO im Stadtgebiet von Chemnitz.“
Netzwerk EASYLOAD
Unter dem Namen EASYLOAD haben sich im Oktober 2009 acht kleine und mittelständische Unternehmen zu einem weiteren Netzwerk unter der Schirmherrschaft des ICM zusammengefunden, um neuartige Ansätze und Lösungen für Be- und Entladungstechnik im Containertransport zu entwickeln.
„EASYLOAD wird die einfache und schnelle Verladung sowie Ladungssicherung von Gütern mittels universell einsetzbaren, beweglichen EASYLOAD-LADEBÖDEN ermöglichen“, erläutert Netzwerkmanager Andreas Schneider. „Für die Beladung wird das Ladegut vor dem Container auf einzelne oder miteinander kombinierte EASYLOAD-LADEBÖDEN gestellt, verzurrt und anschließend in den Container eingeschoben.“ Die Entladung werde nach Meinung des Netzwerkmanagers ebenso unkompliziert und wirtschaftlich erfolgen. EASYLOAD wird keine weiteren Installationen wie Rollbahnen, Führungsschienen, Kopframpen oder zusätzliche Medien, außer der bisher ohnehin bereits eingesetzten Technik wie zum Beispiel Gabelstapler benötigen. Mit EASYLOAD wird der Be- und Entladevorgang nicht nur vereinfacht, sondern auch erheblich beschleunigt und somit deutlich wirtschaftlicher und flexibler gestaltet.
Wolfgang Baltzer
Foto:
Die ICM-Netzwerkmanager Andreas Schneider, Dietmar Skala, Christine Weinhold, Dr. Sebastian Ortmann,
Bernd Schädlich (von links).
Förderprogramm
ZIM NEMO
Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand-Netzwerkmanagement und Organisation des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie betreut die ICM-Netzwerke
RailTecNet
Innvelo
EASYLOAD
Â









